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Das St. Galler Experiment gestartet

Mischtechnik auf Papier

 28 x 17,5 cm

Nr. E643

 

 

 

...waren drei wunderbare Clowns

Mischtechnik auf Papier

 19,5 x 15 cm

Nr. E597

 

 

 

Postwagen

Mischtechnik auf Papier

15 x 20 cm

Nr. E646

 

 

Jakob Greuter (1890-1984)

Er wurde am 25.8.1890 in Riedt/Sulgen (TG) geboren und starb am 31.1.1984 in St. Gallen.

 

Als 17-jähriger kam er nach St. Gallen, wo er zunächst als Schlossereiarbeiter und dann bei der städtischen Kehrichtabfuhr als Kübelleerer arbeitete. Während der Militärzeit begann er zu zeichnen: er pauste Bilder des täglichen Geschehens aus Zeitungen und Zeitschriften ab und kolorierte sie dann. Teilweise schrieb er auch die Texte dazu ab oder fügte eigene Texte hinzu - wohl aufgrund der mangelnden Schulbildung oder Legasthenie oft mit Schreibfehlern.

 

In seiner Sparsamkeit war er es gewohnt, aus zweiter Hand zu leben, der Müll war ihm eine Schatztruhe. Als Kübelmann befasste er sich mit dem Abfall der Gesellschaft, wurde von dieser verachtet, aber gerade dort, im Abfall, fand er das Material für seine schöpferische Tätigkeit, nämlich Zeitungen, Zeitschriften, Prospekte und Papier aller Art. Sein Hauptwerk «Der zweite Weltkrieg» basiert auf alten Heften der Schweizer Illustrierten und der deutschen Propagandazeitschrift Signal.

 

Seine Frau Maria Paulina, mit der er 3 Kinder hatte, starb infolge eines Hirnschlags 1954. Zwei Jahre später wurde er pensioniert und heiratete dann die um 12 Jahre jüngere Maria Elisabetha Christine Angehrn. Doch auch sie starb vor ihm bei einem Autounfall. Den Rest seines Lebens verbrachte er im Altersheim.

 

Hätte er nicht seine vielen Bilder uns hinterlassen, hätten wir nie erfahren, wie Jakob Greuter gelebt, was ihn bewegt hat. In seiner gesamten Freizeit hat er gezeichnet, Bilder vom Alltag, irgendwie vertraut und dennoch seltsam gespinstig in ungewohnter Eigenheit. Sein wie er selbst sagte «gesponnenes Zeug» fasziniert, da Menschen, Werk und Lebensumstände von Echtheit zeugen, von Eigenheit und Unberührtheit von jeglichen Einflüssen des Kulturbetriebs, wie dies nur ganz selten vorkommt. Greuter war süchtig auf Nachrichten und Bilder schon lange vor der Bilderflut. Er zeichnete mit der Selbstverständlichkeit eines Kindes ab, alle Einschränkungen, alle Hindernisse von Perspektive und Formgenauigkeit übersteigend, einzig der Lust am Tun gehorchend, die sich bis zur Bessenheit steigerte. Die erzeugte Spannung zeigt von einem Leben, das zeichnend sich erfüllt.

 

 

 

 

 

Jakob Greuter - Künstlerlexikon als pdf

 

 

Ausstellungen (Auswahl)

 

 Museum im Lagerhaus, St. Gallen

Kunstmuseum, Olten

Städtisches Bodensee-Museum, Friedrichshafen.

 

 

 

Ausstellungen in der Galerie HILT

 

1990  «CH-Ost: Krüsi, Wey, Greuter, Staub E. & A., Scotty Wilson»

1998  «Art Brut: Jakob Greuter, Mateiko Nikifor, Friedrich Schröder-Sonnenstern, Germain Van der Steen, Lucien Vernède»

 

 

 

Quelle/n

Dokumentation Galerie Hilt, «Jakob Greuter: Der Zweite Weltkrieg» Verlagsgemeinschaft St. Gallen, 1989.

 

 

 

© Copyright Galerie HILT AG, 1999/ab

 

 

 


Zur Beachtung: es kann sein, dass abgebildete Werke nicht mehr im Angebot erhältlich sind. Aktuelle Angebote auf Anfrage. Besten Dank für Ihr Verständnis.