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seit 1950

since 1950

depuis 1950


Esperar, 2002

Mischtechnik

60 x 60cm

 

 

 

 

LE GRAND SAUT

Mischtechnik, 24 x 24 cm

 

 

 

 

 

Mario Masini (*1943)

Mario Masini ist 1943 in Lausanne geboren und lebt heute in einem Vorort von Lausanne. Seit 1972 gestaltet er regelmässig Ausstellungen. Für Projekte, so sagt er, tauge seine Arbeitsweise nicht, weil diese viel zu gemächlich und unsystematisch sei. Seit rund 10 Jahren ist er einen Tag in der Woche als Kunstlehrer an einem Gymnasium bei Montreux tätig.

In seinem Atelier, in welchem der Künstler zeitweilig auch wohnt, sieht alles alt und gebraucht aus. Skuriles und Amüsantes findet sich nebst Morbidem und Düsterem. Mario Masini spricht selber von einem «journal intime» oder auch von einem persönlichen Museum, in welchem seine Erinnerungen aufbewahrt werden. Doch es ist mehr; es zeigt sich die Welt des Künstlers. Der Museums- und Lagerbereich sowie der Wohn- und Atelierbereich bilden darum eine organische Einheit. Bemerkenswert ist, dass der Übergang von bloss gesammelten Erinnerungsstücken zu bearbeiteten Plastiken ganz fliessend ist. Die Plastiken sind mit malerischen Elementen ergänzt, und umgekehrt finden sich in den Bildern oft plastische Elemente. Auch Bücher und Zeitungen werden in den Werken gestalterisch verwendet – sowohl plastisch als auch kalligrafisch. In dieser Funktion können sie auch eine symbolische Bedeutung bekommen. Börsenseiten werden z.B. zu Zeichen des Strebens nach Materiellem. Politische Bücher demonstrieren das Absurde der ideologischen Verirrungen. Doch Texte können auch eine inhaltlich eigenständige Bedeutung erlangen. D.h., sie müssen wirklich gelesen werden, damit zusammen mit dem Kunstwerk das «ganze Bild» erfasst werden kann. Massgeblich sind hier überwiegend Texte von Philosophen, Schriftstellern, Kunsttheoretikern und Poeten, z.B. von René Char, Louis Aragon, Charles Baudelaire, usw..

Aktuelle, intensive sinnliche Stimmungen einzufangen findet nicht das Interesse des Künstlers. Darum auch sucht man vergebens nach hellen Lichtspielen oder leuchtenden Farben. Mario Masini geht es v.a. um die Darstellung innerer Erlebniswelten, von Gefühlen, Erinnerungen, bleibenden Eindrücken und prägenden Gedanken. Bestimmend geworden ist dabei auch die Auseinandersetzung mit der Psychoanalyse, mit der «Domestizierung des Tieres», wie sich Mario Masini ausdrückt.

Der künstlerische Prozess ist konstruktiv-meditativ. Es braucht stets sehr lange Zeit, bis ein Werk wirklich vollendet dasteht. Ein Hilfsmittel, um seine innere Gefühls- und Gedankenwelt auszudrücken, sind die in ganzen Serien immer wieder kehrenden Motive. D.h., das «Werk» ist dann eigentlich nicht das einzelne Bild oder die einzelne Bildplastik, sondern die gesamte Motivserie. Das Rhinozeros symbolisiert das primitive Denken. Die statisch-starren Jünglinge erinnern an die Statuen des archaischen Griechenlands des 7. bis 5. Jh. v. Chr., an die sog. «Kouroi». Die Venus von Willendorf ist vermutlich eine steinzeitliche Fruchtbarkeitsgöttin. Das Gemeinsame an diesen Motiven scheint also das Ursprüngliche, Unverfälschte, Elementare zu sein.

In der Verwendung von Techniken und Materialien ist Mario Masini ausserordentlich vielfältig. Kohle, Asche, Sand, Kreide, Tinte, Acryl, Öl werden mit Relief-, Collage- und Kalligrafietechniken komplex kombiniert. Räumlich-sphärische Gestaltungsprinzipien werden mit strengen geometrischen Formen in der Ebene und raffinierten Farbkompositionen zusammengebracht.

 

Text und Recherche: Thomas Ragni, Mitte Juli 2002

 

Ausstellungen (Auswahl)

 

1978  Galerie Krebs, Bern

1979  Galerie Claudine Planque, Lausanne

1980  Galerie Le Manoir, La Chaux-de-Fonds

1981  Galerie Palette, Zürich; La Galerie, Paris; Grange-à-l’Evêque, Sion

1982  Galerie Götz, Stuttgart; Galerie Planque, Lausanne

1983  Galerie 2016, Hauterevie; Galerie Palette, Zürich

1984  Galerie Schurer, Biel

1985  Galerie Arts et Lettres, Veyey

1987  Galerie Patrick Cramer, Genf; Galerie de la Cathédrale, Freiburg; Galerie Götz, Stuttgart; Villa «Kenwin», La Tour-de-Peilz

1988  Galerie de la Grande Fontaine, Sion

1989  Galerie Planque, Lausanne

1991  Musée l’Abbatiale, Payerne

1992  Galerie Hofstetter, Freiburg

1993  Galerie Arts et Lettres, Veyey

1994  Galerie Bertram, Burgdorf, Kammgarn, Schaffhausen

1995  Kantonale Bibliothek, Basel

1997  Ferme de la Chapelle, Genf

1998  La Ferme du Desert, Lausanne

2002  Galerie HILT, Basel

ORIGINE, 2001

Mischtechnik

26,5 x 23,5 cm

 

GISANT, 2001

Mischtechnik

24 x 24 cm

 

 

 

 

 

 

 


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