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Alberto Giacometti (1901-1966)

Er wurde am 10.10.1901 in Borgonovo ob Stampa im Bergell geboren und starb am 11.1.1966 an Lungen- und Herzversagen in Chur.

 

Sein Vater Giovanni war ein spätimpressionistischer Landschaftsmaler und Grafiker. Auch sein Vetter Augusto war Maler.

 

Alberto Giacometti studierte 1919 an der Kunstakademie und der Kunstgewerbeschule in Genf. Er belegte bis 1925 Kurse bei Emile-Antoine Bourdelle an der Académie de la Grande Chaumière.

1922 zog er nach Paris, wo er bis zu seinem Tod bleiben sollte. Nur die Kriegsjahre verbrachte er in der Schweiz.

 

Früh begann Alberto Giacometti, Skulpturen mit imaginären und symbolischem Charakter zu schaffen. 1930 schloss er sich dem Surrealismus an und freundete sich mit Alexander Calder, Joan Miró, Michel Leiris und André Masson an.

 

1935 brach er mit dem Surrealismus und sein persönlicher Stil gelangte zur vollen Entfaltung. Die ausgezehrten Formen seiner überlangen Figuren entmaterialisierten sich zusehends und brachten in eindringlich expressionistischer Form das Gefühl von Verlassenheit und Einsamkeit zum Ausdruck. Die Misserfolge, die zunächst sein Modellieren begleiteten, wurden durch die Malerfolge mehr als ausgeglichen. Bei seinen Besuchen in Stampa entstanden 1937 Gemälde, die seinen früheren Stil revolutionierten. Wieder in Paris arbeitete er oft tage- und nächtelang an Büsten, die seinen Bruder Diego darstellten, der ebenfalls Bildhauer und Dekorationsmaler war und mit Alberto das Atelier teilte.

 

Nach dem 2. Weltkrieg zeichnete Alberto Giacometti auf neuartige Weise überhöhte Strichfiguren. Über diese Zeichnungen gelangte er zu einem neuen Stil für seine Plastiken. Die Zerbrechlichkeit dieser seltsamen, trostlosen «Streichholz»-Menschen – z.B. die Gruppe «City Square, 1949» – betonte er zusätzlich durch kompakte Unterbauten (-). Die so geschaffenen räumlichen Beziehungen waren von bedeutendem Einfluss auf die zeitgenössische Plastik.

 

1949 heiratete er Annette Arm. Auch sie sass ihm stundenlang Modell.

 

Seine weniger bekannten, von einem grafischen Gespinst überzogenen, fast monochromen Malereien und Zeichnungen sind ebenfalls erfüllt vom Gefühl existenzieller Bedrohtheit. Es sind eindringliche, sensible Darstellungen des verlorenen Menschen in der Leere des Raumes.

 

Jean Genet und Jean-Paul Sartre verehrten Alberto Giacometti Zeit seines Lebens.

Er schrieb und dichtete auch selbst.

 

Alberto Giacometti erhielt den «Carnegie Award» für Plastik und den «Grossen Preis für Plastik» der Biennale von Venedig im Jahre 1962. Mehrere retrospektive Ausstellungen waren ihm gewidmet.

 

In seinem Todesjahr wurde die Alberto-Giacometti-Stiftung in Zürich eröffnet. Seine Werke wurden und werden in Museen in der ganzen Welt ausgestellt, u.a. auch in der Kunsthalle Basel, dem Kunsthaus Zürich und der Fondation Gianadda in Martigny.

Werke (Auswahl)

 

1928  «Mann und Frau»

1933  «Der surrealistische Tisch»

1951 -53  «Diego»

1955  «Porträt Jean Genet»; alle im Musée Nationale d'Art Moderne, Paris

1948  «Der schreitende Mann im Regen», 1948

1951   Bildnis Yanaihara, 1961; beide Fondation Beyeler, Riehen (CH)

1955  «Annette», 1955; Fondation Maeght, Saint-Paul-de-Vence (F)

 

 

 

 

Ausstellung in der Galerie HILT

 

1960er Jahre «Alberto Giacometti»

 

 

 

 

Quellen

 

Reclams Künstler Lexikon, DuMont's Künstler Lexikon, DuMont's Chronik der Kunst des 20.Jhs., «Alberto Giacometti», Prestel Verlag, München, 1994

 

 

© Copyright Galerie HILT AG, Basel, 2001/tr

 


Zur Beachtung: es kann sein, dass abgebildete Werke nicht mehr im Angebot erhältlich sind. Aktuelle Angebote auf Anfrage. Besten Dank für Ihr Verständnis.