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Schweinekopf, 1982

Radierung, Exemplar e.a.

(Auflage 45 Expl.)

52,5 x 65 cm

Nr. AG78

 

Günter Grass (*1927)

Günter Grass wurde am 16. Oktober 1927 in Danzig geboren und lebt heute in Berlin.

 

Nach Besuch der Volksschule und des Gymnasiums in Danzig erlebte er 1944/45 noch ein Jahr lang den 2. Weltkrieg als Soldat. Er wurde verwundet, kam in amerikanische Kriegsgefangenschaft, und wurde 1946 entlassen. Danach arbeitete er als Landarbeiter und in einem Kalibergwerk.

Bereits 1947 begann er eine Steinmetz-Lehre in Düsseldorf. Daneben studierte er an der dortigen Kunstakademie. Nach Reisen durch Italien und Frankreich zog er nach Berlin, wo er an an der Hochschule für Bildende Künste studierte und Schüler des Bildhauers Hans Hartung wurde.

 

Nach ersten Erfolgen als Schriftsteller, der sich autodidaktisch fortentwickelte, zog er 1956 nach Paris. Doch seine Stücke wurden hauptsächlich an deutschen Bühnen gespielt. Nach seiner Rückkehr 1960 nach Berlin engagierte er sich auch politisch stark, indem er eine aktive Rolle in den Wahlkämpfen der dortigen SPD übernahm. Für Willy Brandt zog er Mitte und Ende der 60er Jahre auch in die bundesweiten Wahlkämpfe. Wohl vor allem für sein früheres literarisches Hauptwerk "Die Danziger Trilogie" ("Die Blechtrommel", "Katz und Maus", "Hundejahre"), erstveröffentlicht zwischen 1959 und 1963, erhielt er 1998 den Literatur-Nobelpreis.

 

So kennt man ihn eher als Schriftsteller, Stückeschreiber, Dichter und politisch Engagierten. Doch schon immer verband er Gedichte mit Grafiken und Schriften mit Zeichnungen. Er selbst betont, dass häufig die Zeichnung vor dem Text steht oder ihm ins Wort fällt, genauso wie ein Satz den Lauf einer Linie bestimmen oder verändern kann. Manchmal sogar muss es bei Zeichnungen und Skizzen bleiben, wenn es ihm buchstäblich die Sprache verschlägt, so z.B. auf seiner Kalkutta-Reise in den frühen 90er Jahren geschehen.

 

Die meisten Portraits sind von sich selbst, von seiner zweiten Frau Ute und seinen Freunden. Häufiger als Motiv sind jedoch die Stillleben mit den z.T. auch in den literarischen Werken verewigten Tieren wie dem Butt, der Ratte, den Aalen, den Unken, den Käfern, oder mit «Abfall» als Zeugen einer Geschichte, als Strandgut eines Vorfalls. Und immer wieder taucht die Frau in seinen Bildern auf als leise Bestimmende und Verführende. Die Bildwerke sind nicht blosse Illustrationen seiner Texte, eher Erweiterungen, Ergänzungen oder Voraussetzungen der Prosa. Technisch brillant zeigt sich in ihnen die Erotik, die Betroffenheit, die Empörung, der Zorn und die Trauer. Sie sollen den Betrachter zum beteiligten Hinsehen und Nachdenken zwingen in einer Zeit, in der das Wegschauen und Überfliegen zu einer elementaren Überlebenstechnik geworden ist, weil einem die "Informationsüberflutung" keine andere Wahl mehr lässt. Die Aufgabe des bildenden Künstlers Günter Grass ist es, in einem Meer der Hast und Abstumpfung Inseln der Ruhe und der Resensibilisierung zu schaffen.

 

 

 

Ausstellungen in der Galerie HILT

 

1994  «Zeichnungen und Grafik»

1998  «In Kupfer, auf Stein: Radierungen»

 

 

 

 

Quelle

 

Dokumentation der Galerie HILT

 

 

© Copyright Galerie HILT AG, 2001/kr-tr

 

Zur Beachtung: es kann sein, dass abgebildete Werke nicht mehr im Angebot erhältlich sind. Aktuelle Angebote auf Anfrage. Besten Dank für Ihr Verständnis.