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Portal 3-teilig

184 x 46 cm

180 x 67 cm

 200 x 46 cm

Alter: > 120 Jahre

Nr. 1/92

Nr. 38/94

Nr. 17/95

Yoruba

Mit fast 20 Millionen Menschen, nach den Hausa die zweitgrösste Volksgruppe Nigerias, die einen Grossteil des Südwestens des Landes und angrenzende Gebiete Benins bewohnt.

Das Gebiet der Yoruba zerfällt in viele Königreiche, von denen Oyo im Westen das grösste und älteste ist; auf der Höhe seiner Macht erstreckte er sich vom mittleren Niger bis zur Küste im Süden und ins heutige Benin (früher Dahomey). Im Osten befinden sich die kleineren Reiche von Ekiti, die heute oft nur aus einem grösseren Ort mit einigen umliegenden Dörfern bestehen. Daneben gibt es unter anderem die Reiche Egba, Ife, Ijebu, Ijesha, Ondo und Bunnu. Obwohl diese einzelnen Reiche oder Stadtstaaten untereinander unabhängig waren, verband und verbindet sie neben der nationalen Einheit noch heute eine gemeinsame Kultur, die aus der gleichen mythologische Wurzel, dem alten Königreich von Ife, entspringt. Dies ist ein Ort im Zentrum des Yoruba-Gebietes, der vor allem seiner dort von Frobenius und anderen gefundenen Terrakotten und Bronzen

berühmt wurde; sie gehören zu den bedeutendsten Beispielen afrikanischer Kunst überhaupt. Nur einige der Yoruba-Könige gelten als die direkten Nachfahren eines der sechzehn Kinder von Odudua, dem Orisha, der bei der Erschaffung der Welt mithalf und erster König der Yoruba wurde. Dem Mythos zufolge gab Odudua jedem seiner sechzehn Kinder eine Krone mit Glasperlen und entsandte sie, damit sie fern von Ife ihre eigenen Reiche gründeten.

Einen besonderen Platz im weltanschaulichen System der Yoruba nehmen Zwillinge ein. Zwillinge sind deshalb Gegenstand besonderer Riten: Wenn einer oder beide Zwillinge sterben, werden kleine Figuren ere ibedji geschnitzt, um sie weiterhin in der Familie zu vergegenwärtigen. Die Figuren werden gewöhnlich am Familien-Zwillingsaltar im Schlafraum der Mutter odr in einem besonderen Schrein aufgestellt, aber auch mitgeführt; sie werden regelmässig gewaschen, eingerieben und gefüttert. Werden diese Rituale nicht befolgt, kann Unheil, Krankheit und Unfruchtbarkeit hereinbrechen. Die Zwillinge haben die Macht, diejenigen zu schützen, die sie ehren, aber auch zu strafen und sogar den Tod desjenigen herbeizuführen, der sie vernachlässigt. Die Form der ere ibedji, deren Familienstil sich in Einzelfällen über hundert Jahr zurückverfolgen lässt, unterscheidet sich ganz nach der Region, aus der sie kommen. Die typische Form ist die eines nackten, sexuell ausgereiften, erwachsenen Menschen mit angelegten Armen, der auf einem Sockel steht. Lediglich im südwestlichen Teil des Yoruba-Landes sind sockellose Figuren üblich, die frei hängende Arme haben und geschnitzte Kleider tragen. Der Grossteil der ere ibedji lässt sich entsprechend seinem Stil einem bestimmten Dorf oder sogar einem bestimmten Schnitzer zuordnen.

Quelle: Karl-Ferdinand Schaedler «Lexikon Afrikanische Kunst und Kultur» (ISBN 3-7814-0374-2)

 

© Galerie HILT AG Basel; 2005/tg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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