Alberto Giacometti

Schweiz
10.10.1901, Borgonovo (CH) - 11.1.1966, Chur (CH)

Malerei, Grafik, Bildhauerei 

Alberto Giacometti in Borgonovo ob Stampa im Bergell geboren und starb am 11.1.1966 an Lungen- und Herzversagen in Chur.

Der Vater Giovanni war ein spätimpressionistischer Landschaftsmaler und Grafiker. Die Mutter Annetta Giacometti-Stampa brachte drei weitere Kinder zur Welt: Diego (1902 - 1985), Ottilia (1904 - 1937) und Bruno (1907 - 2012). 

Alberto Giacometti studierte 1919 an der Kunstakademie und der Kunstgewerbeschule in Genf. Er belegte bis 1925 Kurse bei Emile-Antoine Bourdelle an der Académie de la Grande Chaumière.

1922 zog er nach Paris, wo er bis zu seinem Tod bleiben sollte. Nur die Kriegsjahre verbrachte er in der Schweiz. 

Früh begann Alberto Giacometti, Skulpturen mit imaginären und symbolischem Charakter zu schaffen. 1930 schloss er sich dem Surrealismus an und freundete sich mit Alexander Calder, Joan Miró, Michel Leiris und André Masson an.

1935 brach er mit dem Surrealismus und sein persönlicher Stil gelangte zur vollen Entfaltung. Die ausgezehrten Formen seiner überlangen Figuren entmaterialisierten sich zusehends und brachten in eindringlich expressionistischer Form das Gefühl von Verlassenheit und Einsamkeit zum Ausdruck. Die Misserfolge, die zunächst sein Modellieren begleiteten, wurden durch die Malerfolge mehr als ausgeglichen. Bei seinen Besuchen in Stampa entstanden 1937 Gemälde, die seinen früheren Stil revolutionierten. Wieder in Paris arbeitete er oft tage- und nächtelang an Büsten, die seinen Bruder Diego darstellten, der ebenfalls Bildhauer und Dekorationsmaler war und mit Alberto das Atelier teilte. 

Nach dem 2. Weltkrieg zeichnete Alberto Giacometti auf neuartige Weise überhöhte Strichfiguren. Über diese Zeichnungen gelangte er zu einem neuen Stil für seine Plastiken. Die Zerbrechlichkeit dieser seltsamen, trostlosen «Streichholz»-Menschen – z.B. die Gruppe «City Square, 1949» – betonte er zusätzlich durch kompakte Unterbauten (-). Die so geschaffenen räumlichen Beziehungen waren von bedeutendem Einfluss auf die zeitgenössische Plastik.

1949 heiratete er Annette Arm. Auch sie sass ihm stundenlang Modell.

Seine weniger bekannten, von einem grafischen Gespinst überzogenen, fast monochromen Malereien und Zeichnungen sind ebenfalls erfüllt vom Gefühl existenzieller Bedrohtheit. Es sind eindringliche, sensible Darstellungen des verlorenen Menschen in der Leere des Raumes.