Herzlich willkommen bei Basels ältester Kunstgalerie

Linolschnitt

Der Linolschnitt gehört zu den Hochdruckverfahren und ist eine Abwandlung des Holzschnittes.

 

Seit den 1950er Jahren wird Linoleum, eigentlich als Material für Fussbodenbeläge bekannt, in der Kunst als Alternative zum Holz verwendet, da es weich zu schneiden ist und auch in flächigen Partien Farbe gut aufnimmt.

Um einen Linolschnitt zu fertigen wird die Zeichnung zunächst spiegelbildlich auf die glatte Linolplatte übertragen, danach wird das Linoleum mit gewinkelten Schneidemessern weggeschnitten, so dass nur die Teile stehen bleiben, die drucken sollen. Die druckenden Flächen können ihrerseits wieder mit Messer, Stichel oder Schaber bearbeitet werden: eingeschnittene sog. «Binnenzeichnungen» erscheinen als weisslinige Zeichnungen auf dem gedruckten Linolschnitt. Zum Druck wird die Linolplatte an einem Holzblock befestigt, mit Druckerschwärze eingewalzt und mit Hilfe einer Hand- Tiegeldruck- oder Zylinderpresse auf angefeuchtetes Papier übertragen.

Farblinolschnitt: Hier gibt es zwei gebräuchliche Methoden: Entweder man bearbeitet mehrere Linolplatten und druckt sie in verschiedenen Farben übereinander zu einem Linolschnitt. Bei der zweiten wird die unbeschnittene Linolplatte zuerst mit dem zartesten Ton bestrichen und die ganze Auflage gedruckt, bevor die Platte nach einer aufgepausten Zeichnung beschnitten und im nächsten dunkleren Ton darüber gedruckt wird. Von Farbe zu Farbe wird die Platte weiter geschnitten, eingefärbt und darübergedruckt - mit der dunkelsten Farbe zuoberst - bis die Grafik den Vorstellungen des Künstlers entspricht. Auch hier kann das Linol Binnenzeichnungen enthalten.

Gleich im prinzipiellen Verfahren, nur im Material der Druckplatte verschieden, sind Plastik- und Kartonschnitte, die mehrheitlich in den USA, aber auch in Europa hergestellt werden.

Linol ist v.a. geeignet für grossflächige Darstellungen, für feine Linien ist Linol zu weich und bröckelt leicht ab. Auffallend neben den grossen Farbflächen sind deshalb dicke Zeichenlinien (falls vorhanden, mind. 1mm dick), die oftmals die Trennung zwischen verschiedenen Farben hervorheben. Farblinolschnitte, die mit mehreren Platten übereinander gedruckt wurden, wirken oftmals plakativ und statisch. Die Wegschneidemethode mit einer einzigen Platte erzeugt eine lebendigere, variationenreichere Wirkung der Grafik.

Picasso, der mit seiner Einfallsfreude die Wegschneidemethode eindrücklich weiterentwickelte, machte den Linolschnitt allen anderen Techniken ebenbürtig. Andere berühmte Linolschneider sind Marc Chagall und in neuerer Zeit Otmar Alt und Franz Eggenschwiler.