Volksgruppe im Nordosten Nigerias. Die Mumuye leben in einem Gebiet südöstlich des Benue, das ähnlich wie bei den nördlich davon beheimateten Montol, Goemai und anderen nachbarlichen Volksgruppen, seine Menschen relativ lange vor den Missionen des Islam und des Christentums bewahrt hatte. Dadurch konnten noch bis in die 60er Jahre, als der nigerianische Bürgerkrieg tobte und auch die Kunstschätze Ost-Nigerias nicht verschonte (sie erfuhren in Europa und den USA sofort eine grosse Wertschätzung), die Figuren und Masken der Mumuye ihre Aufgaben im Kult erfüllen.
Vor allem die Figuren, weniger die ebenfalls abstrakten Masken, die auch die benachbarten Yakoko verwenden, waren es, die Kunsthändler und Sammler wegen ihrer oft kühnen Konzeption, begeisterten. Nach Philip Fry hatten diese Figuren mindestens viererlei Funktionen zu erfüllen: Sie hatten das Haus zu schützen, dabei fremde Besucher zu begrüssen, galten als Gesprächspartner bei der Wahrsagerei, mussten als Richter bei Streitigkeiten fungieren - jeder der Beteiligten musste die Figur umarmen und schwören, die Figur meldete dann die Lüge - und konnten schliesslich zur Krankenheilung dienen.
Nach Wente-Lukas ist überdies bekannt geworden, dass die Skulpturen einerseits vor dem Haus der Schmiede stehen können, andererseits im Hause eines Regenpriesters verborgen werden, wie auch in sogenannten Familienhäusern anderer Personen. Auch können Leute ohne besonderen sozialen Status Statuen «in den Händen halten».